Richtiger Umgang mit Feuerlöschern
Warum die meisten Menschen im Brandfall falsch löschen
Die Bedienung eines Feuerlöschers wirkt einfach: Sicherung ziehen, Hebel drücken, draufhalten. In der Praxis geht trotzdem fast alles schief. Studien zeigen, dass ungeschulte Personen im Durchschnitt über 80 Prozent ihres Löschmittels wirkungslos verbrauchen – weil sie gegen den Wind stehen, in die Flammen statt auf das Brandgut zielen oder den Hebel im Dauerbetrieb durchdrücken.
Ein handelsüblicher 6-kg-Feuerlöscher hat etwa 10 bis 15 Sekunden Sprühzeit. Das klingt wenig – und es ist wenig. Wer diese Sekunden verschwendet, hat danach einen leeren Löscher in der Hand und einen Brand, der weiter wächst. Deshalb kommt es nicht darauf an, ob ein Feuerlöscher vorhanden ist, sondern ob die Person, die ihn im Ernstfall greifen muss, weiß was sie tut.
Die häufigsten Fehler – und was sie kosten
Gegen den Wind zu löschen bedeutet, dass das Löschmittel zurückweht und der Anwender im Rauch steht. Den Strahl auf die Flammenspitzen zu richten verschwendet Löschmittel, weil die Flammen nur das Symptom sind – gelöscht wird ein Brand erst, wenn das brennende Material selbst keinen Sauerstoff mehr bekommt oder ausreichend gekühlt wird. Und wer nach dem Löschen die Brandstelle verlässt, riskiert eine Rückzündung durch Glut unter der Oberfläche.
Der teuerste Fehler ist allerdings ein anderer - Feuerlöscher nacheinander statt gleichzeitig einsetzen. Zwei Löscher gleichzeitig auf einen Brand gerichtet sind nicht doppelt so wirksam – sie sind um ein Vielfaches wirksamer, weil der Brand keine Chance hat sich zwischen den Einsätzen zu erholen.
Nach dem Einsatz – was viele nicht wissen
Ein benutzter Feuerlöscher – auch wenn er nur kurz ausgelöst wurde – darf nicht zurück in die Halterung. Der Druck kann entwichen sein, das Löschmittel reicht möglicherweise nicht mehr für einen zweiten Einsatz. Das Gerät muss einem Fachbetrieb zur Prüfung und Neubefüllung übergeben werden.
Und das Wichtigste: Vor jedem Löschversuch die Feuerwehr unter der Rufnummer 112 anrufen. Ein Feuerlöscher ist für Entstehungsbrände gedacht – nicht für einen ausgewachsenen Raumbrand. Bei Rauchentwicklung oder Brandausweitung sofort raus, Türen schließen und auf die Feuerwehr warten.
Schulung statt Hoffnung
Die ASR A2.2 verpflichtet Arbeitgeber zur regelmäßigen Unterweisung der Beschäftigten im Umgang mit Feuerlöschern. In der Praxis findet das in vielen Berliner Betrieben nicht statt. Dabei reicht schon eine kurze praktische Übung mit einem Übungslöscher, um im Ernstfall richtig zu reagieren. Wer einmal einen Feuerlöscher in der Hand hatte, vergisst das Gefühl nicht – und macht die typischen Fehler nicht mehr.
Wir bieten Brandschutzschulungen und Unterweisungen im Umgang mit Feuerlöschern an – für Unternehmen in Berlin, Potsdam und Brandenburg. Die regelmäßige Unterweisung der Beschäftigten ist nach ASR A2.2 und DGUV Information 205-023 vorgeschrieben. Auf Wunsch führen wir die Schulung direkt bei Ihnen im Betrieb durch – mit praktischen Löschübungen am Übungslöscher. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf unter 030 398 21 77 0.

